Geld in Aktien anlegen

Von: Dr. jur. Jan Martin Strosing

Wer als Sparer gewinnbringend Geld anlegen will, kommt heute an einer Geldanlage am Aktienmarkt kaum noch vorbei. Denn die Zinserträge klassischer Sparprodukte wie Sparbuch, Tagesgeld, Banksparplan und auch Lebensversicherungen sind aktuell häufig derart niedrig, dass sie von der Inflationsrate gleich wieder aufgezehrt werden. Grund hierfür ist die aktuell lang anhaltende Niedrigzinsphase, deren Ende immer noch nicht absehbar ist. Wer am Überlegen ist, ob er zum Teil sein Geld in Aktien anlegen will, sollte ein paar Grundregeln beachten.

Geldanlage am Aktienmarkt als Beimischung zum Sparmix empfehlenswert

Eine Geldanlage am Aktienmarkt ist in vielen Fällen eine sinnvolle Ergänzung zu klassischen Sparprodukten. Denn am Aktienmarkt lassen sich auf Sicht von 5-10 Jahren auch bei konservativer (risikoarmer) Anlagestrategie mit einiger Wahrscheinlichkeitsrenditen von 7-10 % pro Jahr erzielen.

Diesen überdurchschnittlichen Renditechancen stehen selbstverständlich auch Verlustrisiken gegenüber. Denn Aktien unterliegen als Börsen gehandelte Wertpapiere ständigen Kursschwankungen. Je kürzer der Anlage-Horizont desto größer ist das Risiko, dass man mit einer Geldanlage am Aktienmarkt Verluste einfährt.

Auf der anderen Seite gilt: Je länger man das Geld in soliden Aktien investiert, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass temporäre Kursschwankungen über die Zeit wieder ausgeglichen werden und am Ende eine überdurchschnittliche Rendite zu verzeichnen ist. Aus diesem Grund eignet sich eine Geldanlage am Aktienmarkt hervorragend für die Altersvorsorge, weil bis zum Altersruhestand oft viele Jahre als Anlage-Horizont zur Verfügung stehen. Die Geldanlage am Aktienmarkt eignet sich aber auch für langfristige Sparvorhaben wie etwa die Neuanschaffung eines Autos in ein paar Jahren.

Ab einer Anlagedauer von 8 bis 10 Jahren ist das Risiko von Kursverlusten stark minimiert

Wer über 10 Jahre Anlage-Horizont hat, kann mit hoher Wahrscheinlichkeit damit rechnen, nach dieser Zeit mit stattlichen Kursgewinnen belohnt zu werden.Denn langfristige Beobachtungen zeigen, dass sich der Aktienmarkt nach Kurseinbrüchen immer wieder erholt. Erfahrungen aus der Vergangenheit haben gezeigt, dass es nur eine Frage der Zeit ist bis der Aktienmarkt nach Kursrückgängen die alten Höchststände wieder erreicht und neue Höchststände erzielt.

Kursgewinne können sich auch schon viel früher einstellen

Selbstverständlich können sich Kursgewinne schon viel früher einstellen, wenn man einen besonders günstigen Einstiegszeitpunkt erwischt hat. Dieser günstige Fall kann schon nach Tagen, Wochen oder Monaten eintreten. Dann spricht nichts dagegen, sich über den frühen Erfolg zu freuen und die Kursgewinne auch schon früher zu realisieren. Wer die Kursentwicklungen am Aktienmarkt im Auge behalten will, kann dann auch darauf spekulieren, dass Geld bei einem späteren Kursrückgang wieder zu investieren, und so Aktien zu einem günstigeren Kurs zu bekommen.Wer einen langen Anlage-Horizont von etwa 8 – 10 Jahren hat, kann die Marktschwankungen an den Börsen auch völlig ignorieren und Kursverluste einfach aussitzen. Ein ständiges kaufen, verkaufen und wieder kaufen ist für eine erfolgreiche Geldanlage am Aktienmarkt nicht erforderlich.

Aktienfonds haben einen gesetzlich vorgeschriebenen Insolvenzschutz

Als Investmentfonds haben Aktienfonds einen gesetzlich vorgeschriebenen Insolvenzschutz. D.h., fällt die Fondsgesellschaft, die den Aktienfonds anbietet in Insolvenz, ist das Geld der Anleger am Aktienfonds hiervon nicht betroffen. Dies ist im Kapitalanlagegesetzbuch in § 92 KAGB vorgeschrieben. Demnach ist das Geld der Anleger als Sondervermögen vom übrigen Vermögen der Kapitalanlagegesellschaft getrennt zu halten. Diese Vorschrift sorgt im Insolvenzfalle dafür, dass der Insolvenzverwalter den Anlegern am Aktienfonds ihr Geld ausbezahlen muss und nicht an die Insolvenzgläubiger ausbezahlen darf. Ein Verlust des angelegten Geldes ist im Insolvenzfalle der Fondsgesellschaft ausgeschlossen. Ein Kapitalverlust für Anleger wie im Zusammenhang mit der „Lehman-Pleite“ im Jahre 2008 in vielen Fällen geschehen, kann bei einer Geldanlage in Aktienfonds nicht passieren. Zu Kursschwankungen der im Fondsvermögen befindlichen Aktien und damit auch zu Kursverlusten kann es aber sehr wohl kommen. Denn dies sind ganz natürliche Erscheinungsformen des Kapitalmarktes und haben mit der Insolvenz der Fondsgesellschaft, die den jeweiligen Aktienfonds auflegt, nichts zu tun. Auch können einzelne börsennotierte Unternehmen deren Aktien im Portfolio eines Aktienfonds enthalten sind selbst pleite gehen. Dies führt im Normalfall aber nicht zu einem Totalverlust für die Anleger des Aktienfonds, weil solche Fonds grundsätzlich in eine Vielzahl verschiedener Aktien investieren und so das Risiko breit gestreut wird. Hierin liegt gerade der Vorteil von Aktienfonds. Der einzelne Anleger kann so auch schon mit kleinen Anlagebeträgen (sinnvollerweise ab 1.000 € Einzelanlage oder 100 € monatlicher Sparplan) eine breite Streuung seines angelegten Geldes erreichen.

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Einzelne Aktien oder Aktienfonds ?

Wer sein Geld in Aktien anlegen will, muss sich entscheiden, ob er einzelne Aktien selber auswählen möchte oder dies einem professionellen Fondsmanagement überlässt.Als ökonomischer Laie ist es schwierig, Aktien zuverlässig zu bewerten. Für eine solide Aktienauswahl ist zunächst eine Analyse jeder einzelnen Aktie erforderlich. Die Aktienanalyse ist eine Spezialdisziplin der Betriebswirtschaftslehre. Nehmen ausgebildete Analysten eine Aktienanalyse vor, berücksichtigen sie eine Vielzahl von Daten wie etwa die vom Zielunternehmen veröffentlichte Bilanz, dass Kurs-Gewinn-Verhältnis, aber auch die Geschäftsaussichten in der Zukunft unter Berücksichtigung von Konkurrenzunternehmen in der Branche und auch die Gesamtmarktsituation am Aktienmarkt. Aktien Analysten bedienen sich anspruchsvoller Hilfsmittel wie etwa komplexer Spezialsoftware. Insgesamt lässt sich das fachliche Niveau professioneller Aktienanalysten von Laien kaum erreichen. Allerdings hat man auch als Laie die Möglichkeit, Anlegermagazine zu verfolgen. Hier werden regelmäßig Empfehlungen namhafter Analysten veröffentlicht. Dieses Wissen kann sich der Leser zu Nutze machen.

Bei einer Geldanlage am Aktienmarkt kann man die Auswahl einzelner Aktien aber auch einem professionellen Fondsmanagement überlassen. Anstatt einzelne Aktien selber zu kaufen, kann man Anteile an einem Aktienfonds erwerben. Bei einem Aktienfonds werden die Gelder vieler Anleger gebündelt und ein Fondsmanagement kümmert sich um die Aktienauswahl, den Kauf und Verkauf einzelner Aktien und die Beobachtung des Gesamtmarktes.

Die Anteile eines Aktienfonds werden von der jeweiligen Fondsgesellschaft regelmäßig, meist börsentäglich, mit einem bestimmten Tageskurs bewertet. Der Tageskurs setzt sich aus den Kursen der einzelnen im Fonds enthaltenen Aktien zusammen. Für den Erwerb von Aktienfonds benötigt man ein Wertpapierdepot bei einer Filialbank oder bei einer Direktbank.