Girokonto

Von: Dr. jur. Jan Martin Strosing

Gebühren sparen mit einem kostenlosen Girokonto

Ein einfacher Weg, um Gebühren zu sparen, ist die Wahl eines verbraucherfreundlichen Girokontos. Mittlerweile bieten viele Banken komplett kostenfreie Girokonten an. Manche Banken zahlen Neukunden sogar eine Geldprämie für die Eröffnung eines gebührenfreien Girokontos. Einige Kunden, die es jahrelang gewohnt waren, durchaus stattliche Kontoführungsgebühren für ihr Girokonto zu zahlen, mögen sich im ersten Augenblick fragen: Wo ist bei einem völlig kostenlosen Girokonto der Haken ?

Kostenlose Girokonten sind rechtlich unbedenklich

Die gute Nachricht vorweg: Aus rechtlicher Sicht ist ein kostenloses Girokonto grundsätzlich völlig unbedenklich. Denn auch ein kostenloses Girokonto ist grundsätzlich rechtssicher. Der Girovertrag, der einem kostenlosen Girokonto zu Grunde liegt ist genauso sicher wie der eines herkömmlichen gebührenpflichtigen Kontos auch. Fallstricke können aber bei der Höhe des Sollzinses lauern: Hier ist es möglich, dass Banken höhere Sollzinsen verlangen, um die entgangenen Kontoführungsgebühren wieder hereinzuholen. Wer sein Girokonto also gerne mal überzieht, sollte vor einem Wechsel die Sollzinssätze kostenpflichtiger Konten mit den Zinssätzen kostenloser Konten vergleichen. Ein solcher Vergleich ist auch anzuraten, wenn häufig Auslandsüberweisungen oder Zahlungen in Fremdwährung getätigt werden. Fazit: Wer also sein Girokonto nie oder nur selten überzieht und auch sonst keine besonderen Zahlungsgewohnheiten hat, kann mit der Eröffnung eines kostenlosen Girokontos so gut wie gar nichts falsch machen.

Fazit: Wer sein Girokonto nie oder nur selten überzieht, kann mit der Eröffnung eines kostenlosen Girokontos so gut wie gar nichts falsch machen

 

Und das kann man sparen:

Beispiel 1: Deutsche Bank – „db BestKonto“ (Quelle: Deutsche Bank AG, Preis- und Leistungsverzeichnis Stand: 01.02.2015)

 

Monatliche Kontoführungsgebühren: 9,99 € entspricht jährlich: 119,88 €

Einsparpotential jährlich: 119,88 €

Gebührenersparnis bei Wechsel zu einem gebührenfreien Girokonto:

Gebührenersparnis in 5 Jahren: 599,40 €

Gebührenersparnis in 10 Jahren: 1.198,80 €

 

Beispiel 2: Sparkasse Köln Bonn (Quelle: Sparkasse Köln Bonn, Preis- und Leistungsverzeichnis Stand: 15.01.2015) „GiroExtra“

 

Monatliche Kontoführungsgebühren: 6,95 € entspricht jährlich: 83,40 €

Einsparpotential jährlich (bei Nutzung eines gebührenfreien Kontos): 83,40 €

Gebührenersparnis bei Wechsel zu einem gebührenfreien Girokonto:

Gebührenersparnis in 5 Jahren: 417 €

Gebührenersparnis in 10 Jahren: 834 €

 

„GiroPremium“ Monatliche Kontoführungsgebühren: 12,25 € entspricht jährlich: 147 €

Einsparpotential jährlich: 147 €

Gebührenersparnis bei Wechsel zu einem gebührenfreien Girokonto:

Gebührenersparnis in 5 Jahren: 735 €

Gebührenersparnis in 10 Jahren: 1.470 €  Anzeige / Vergleichsrechner der Finanzen.de AG:

Hintergrundwissen: Warum bieten Banken kostenlose Girokonten an ?

Der Grund hierfür liegt in der Gewinnung einer Neukundenverbindung. Aus Sicht der Bank ist schon alleine der Umstand, einen neuen Kunden gewonnen zu haben aus Marketingaspekten viel wert. Und das sogar auch dann, wenn sie zunächst nichts an dem Neukunden verdient. Denn die Bank hofft darauf, dass der Kunde neben dem Girokonto später auch auf andere Bankprodukte aufmerksam wird und diese abschließt. Dies sollte aber niemanden, der Gebühren sparen will, davon abhalten, ein kostenloses Girokonto in Anspruch zu nehmen. Denn der Kunde hat es selbst in der Hand, ob er künftige Angebote der Bank annimmt oder nicht. Auch kann er der Zusendung von Werbung widersprechen. Die Hoffnung der Bank, dem Kunden, der ein Gratisprodukt nutzt, später weitere Produkte offerieren zu können hat auch etwas Gutes: Die Bank weiß, dass sie ihren Kunden verliert, wenn sie das kostenlose Konto später gebührenpflichtig machen würde. Daher hat die Bank ein Interesse daran, das Gratiskonto dauerhaft gebührenfrei zu halten. Ein weiterer Vorteil für die Bank: Kunden, die auf ihrem Girokonto ein Guthaben verzeichnen, erhöhen zugleich die Liquidität der Bank. Ein Blick in die Praxis zeigt: Die meisten Banken, die schon vor Jahren kostenlose Girokonten angeboten haben, tun dies nach wie vor, sodass Kunden, die schon vor Jahren zu gebührenfreien Konten gewechselt sind, von mehrjährigen Gebührenersparnissen profitieren konnten. Ich selbst nutze schon seit vielen Jahren gebührenfreie Girokonten. Und selbst wenn ich später keine weiteren Produkte der Bank abgeschlossen habe, hat die Bank deshalb niemals Schwierigkeiten gemacht. Daher habe ich es nie bereut, in den vergangenen Jahren gebührenfreie Girokonten genutzt zu haben. Viel mehr kann ich mich darüber freuen, dass der Betrag von eingesparten Gebühren von Jahr zu Jahr wächst. Anzeige: