Investmentfonds Definition

Von: Dr. jur. Jan Martin Strosing

Zur Investmentfonds Definition lohnt sich ein Blick ins Gesetz. Denn hier sind die Vorteile von Investmentfonds verbindlich verankert. Das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) schreibt verschiedene Schutzmechanismen vor, die dem Anleger zugutekommen.

Investmentfonds Definition für den Anleger

Ein Investmentfonds ist eine für einen bestimmten Anlagezweck gebildete Vermögensmasse, die von einer Kapitalanlagegesellschaft verwaltet wird und bei der die Anleger über Anteilsscheine an der Geschäftsentwicklung und an den im Fonds enthaltenen Vermögensgegenständen beteiligt sind.

Definition nach dem Kapitalanlagegesetzbuch, § 1 Abs. 1 KAGB:

„Investmentvermögen ist jeder Organismus für gemeinsame Anlagen, der von einer Anzahl von Anlegern Kapital einsammelt, um es gemäß einer festgelegten Anlagestrategie zum Nutzen dieser Anleger zu investieren und der kein operativ tätiges Unternehmen außerhalb des Finanzsektors ist. (…)“

 

Investmentfonds Erklärung konkret

 

Mit einem Investmentfonds hat der Anleger die Möglichkeit, sich an komplexen Anlageobjekten zu beteiligen, ohne selbst hierfür die Verwaltung übernehmen zu müssen. Der Anleger kauft lediglich Anteile an einem Investmentfonds zu einem meist beliebigen Anlagebetrag und erhält hierfür entsprechend viele Fondsanteile in sein Wertpapierdepot gebucht.

Ein Formmanager, der zur Kapitalanlagegesellschaft gehört, übernimmt dann die laufenden Geschäfte des Fonds. Hierzu gehören vor allem Analyse von Märkten, Ermittlung und Bewertung von Anlageobjekten und schließlich die Ausführung von Käufen und Verkäufen von Anlagegegenständen.
Als Anlagegegenstände kommen z.B. Aktien, festverzinsliche Wertpapiere, Rohstoffe, Derivate, Immobilien etc. in Betracht. Der Anleger kann sich je nach seiner Neigung Investmentfonds zu bestimmten Anlageklassen aussuchen. So gibt es beispielsweise reine Aktienfonds oder reine Rentenfonds (= Fonds für festverzinsliche Wertpapiere) u.s.w. oder auch Mischfonds, die zu vorher festgelegten Anteilen z.B. Aktien und festverzinsliche Wertpapiere mischen. Schließlich gibt es auch flexible Mischfonds, bei denen der Fondsmanager die Freiheit hat, je nach Marktsituation den Aktienanteil zwischen 0 % und 100 % zu steuern.

Wie kann man Anteile an einem Investmentfonds kaufen ?

Zum Kauf von Fondsanteilen eröffnet man ein Depot bei einer Bank. Dies kann eine Filialbank sein oder eine Direkt-Bank, bei der man über ein Online-Depot Fonds-Käufe bequem per Mausklick über das Internet abwickeln kann. Online-Banken sind oft kostengünstiger als Filialbanken.

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Investmentfonds: Hohes Anlegerschutzniveau

Nach deutschem Recht haben Investmentfonds ein hohes Anlegerschutzniveau. Investmentfonds sind stark gesetzlich reguliert und stehen unter der behördlichen Kontrolle der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin).

Der wichtigste gesetzliche Schutzmechanismus für Investmentfonds ist die zwingende Vorgabe, dass das Fondsvermögen als sogenanntes Sondervermögen zu verwahren ist. Zur Investmentfonds Definition gehört daher unbedingt die Vorschrift des § 92 Abs. 1 KAGB:

„ (…) Das Sondervermögen ist von dem eigenen Vermögen der Kapitalverwaltungsgesellschaft getrennt zu halten.“ (…)

 

Investmentfonds haben Insolvenzschutz

Diese Vorschrift bedeutet Insolvenzschutz für den Anleger im Falle einer Insolvenz der Gesellschaft, die den Fonds betreibt. Konkret: Angenommen eine Fondsgesellschaft fällt in Insolvenz. Dann darf der Insolvenzverwalter nicht auf das Fondsvermögen zugreifen, dass die Anleger in den Investmentfonds investiert haben. Denn es ist ein Sondervermögen. Es gehört nicht zum Vermögen und damit auch nicht zur Insolvenzmasse der Fondsgesellschaft. D.h. der Insolvenzverwalter muss das Fondsvermögen des jeweiligen Investmentfonds in voller Höhe an die Anleger ausbezahlen. Der Wert der Fondsanteile richtet sich ausschließlich nach dem Wert der Vermögensgegenstände, die der Investmentfonds angeschafft hatte (z.B. Aktien, festverzinsliche Wertpapiere…) und hat mit dem Insolvenzfall der Fondsgesellschaft nichts zu tun.

 

Weiterer Schutzmechanismus: Investmentdreieck

Ein weiterer gesetzlicher Schutzmechanismus bei Investmentfonds besteht darin, dass der Fondsmanager unter der Aufsicht einer sogenannten Depotbank steht, die darüber wacht, dass sich das Fondsmanagement an die Anlagerichtlinien des jeweiligen Investmentfonds hält. Die Trennung von Anleger, Fondsmanagement, und Depotbank als Verwahr- und Kontrollorgan nennt man auch Investmentdreieck. Anzeige: