Konto kündigen ohne Bank-Besuch

Von: Dr. jur. Jan Martin Strosing

Wer sein Bank-Konto, z.B. das Girokonto, kündigen will, kann dies ganz bequem von zu Hause aus tun. Dies gilt auch, wenn man sein Konto bei einer Filial-Bank hat. Ein Erscheinen am Bank-Schalter ist zum Konto kündigen nicht nötig. Ein Konto kann man auch rechtswirksam schriftlich kündigen.

 

Ein Konto persönlich aufzulösen, ist vielen Kunden unangenehm. Meist erntet der Kunde eine eher enttäuschte, wenn auch freundlich verpackte, Reaktion des Bank-Mitarbeiters. Nach meiner Beobachtung folgen dann in aller Regel Fragen danach, warum man sein Konto kündigen möchte, und der meist hartnäckige Versuch, dem Kunden wenigstens andere Bank-Produkte schmackhaft zu machen. Da wird ein einfaches Konto-Auflösen schnell mal zum Spießrutenlauf.

Diesen Unannehmlichkeiten kann der Kunde ganz einfach aus dem Wege gehen. Rechtlich gesehen ist für die Kündigung, beispielsweise eines Girokontos, eine Kündigungserklärung erforderlich. Diese sogenannte Willenserklärung kann auch durch einen frei formulierten Brief erfolgen. Rechtlich zwingende Regeln für den Wortlaut der Konto-Kündigung gibt es nicht. Auch ist kein bestimmtes Formular vorgeschrieben. Wichtig ist, dass hinreichend deutlich wird, dass und zu welchem Termin der Kunde sein Konto kündigen will.

In einem Kündigungsschreiben muss zum Ausdruck gebracht werden

welches Konto (Angabe der Kontonummer !)
• zu welchem Zeitpunkt der Kunde das Konto kündigen will

und

• wohin das Restguthaben überwiesen werden soll (Angabe der neuen Bankverbindung).

Der Kündigende muss mit der Unterschrift unterschreiben, die im Bankcomputer hinterlegt ist.

Es müssen alle Kontoinhaber unterschreiben

Das Konto kündigen können nach den Bestimmungen der meisten Banken nur der oder die Kontoinhaber, nicht der Bevollmächtigte mit Bankvollmacht, da es sich bei der Konto-Auflösung um ein sogenanntes Grundlagengeschäft handelt. Gibt es mehrere Kontoinhaber, müssen also alle unterschreiben.

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Kündigung Girokonto

Tipp: Wer sein bisheriges Konto kündigen will, sollte dort ein ausreichendes Restguthaben für noch ausstehende Kontoführungsgebühren vorhalten

Es sollte ein ausreichendes Restguthaben vorhanden sein, dass noch ausstehende Kontoführungsgebühren gedeckt sind und ohne Schwierigkeiten verrechnet werden können.

Wer also bei seiner bisherigen Hausbank sein Konto kündigen will und es sich hierbei um das Girokonto handelt, sollte zuvor ein möglichst gebührenfreies Girokonto bei einer anderen Bank eröffnet haben, um in der Kündigung die Bankdaten des neuen Kontos angeben zu können.

Das Kündigungsschreiben kann dann einfach in den Briefkasten der Bank eingeworfen oder per Post verschickt werden. Wer auf Nummer sicher gehen will, tätigt den Briefeinwurf in Begleitung eines Zeugen oder schickt den Brief per Einschreiben mit Rückschein. Wem dies zu aufwendig ist, kann sich überlegen, ob er sich mit einem einfachen Brief begnügt und das wohl eher geringe Risiko eingeht, dass es zu Zugangsproblemen kommt. Im schlimmsten Fall wäre das Konto eben nicht zum gewünschten Zeitpunkt aufgelöst, sondern müsste erneut gekündigt werden. Die in der Zwischenzeit angefallenen Kontoführungsgebühren dürften aber überschaubar bleiben.

Dass alles mit der Kündigung geklappt hat, erfährt man spätestens mit einem Abrechnungsschreiben der Bank oder dem Geldeingang des Restguthabens auf dem neuen Konto.

Auf jeden Fall ist darauf zu achten, dass vor dem Kündigungstermin alle Zahlungsströme wie Gehaltszahlungen oder Lastschriftverfahren auf das neue Konto umgestellt sind. Daher sollten bisheriges und neues Girokonto für ein paar Wochen parallel geführt werden. Dies ist aus Kostengesichtspunkten aber völlig unproblematisch, wenn es sich bei dem neuen Girokonto um ein kostenloses Konto handelt. Anzeige: