Rechtsschutzversicherung

 

Von: Dr. jur. Jan Martin Strosing
Die Rechtsschutzversicherung ermöglicht es dem Versicherten, im Ernstfall ohne hohes Kostenrisiko zu seinem Recht zu kommen. Dass „Recht haben“ und „Recht bekommen“ zwei unterschiedliche Paar Stiefel sind, ist allgemein bekannt.

 

Oft kommen Betroffene ohne Rechtsschutzversicherung nicht zu ihrem Recht

 

Oft scheitert die Durchsetzung von bestehenden Rechtspositionen daran, dass die von Rechtsstreitigkeiten Betroffenen sich eine anwaltliche Beratung und Vertretung nicht leisten können. Hier greift die Rechtsschutzversicherung ein: Sie bezahlt im Rahmen ihres Deckungsumfangs den Rechtsanwalt und anfallende Gerichtsgebühren.
Eine Rechtsschutzversicherung lohnt sich: Die Relation von Versicherungspreis und Leistungsumfang ist durchaus günstig. Gute Rechtsschutzversicherungen mit einem hohen Leistungsumfang sind oft schon für etwa 200 € Jahresbeitrag zu haben.

 

Günstige Kosten- / Nutzenrelation: Gute Rechtsschutzpakete sind oft schon für etwa
200 € Jahresprämie zu bekommen

 

Je nach familiärer Situation sind hierbei mehrere Personen gleich mitversichert. Die Preise variieren je nach Leistungsumfang und einem meist wählbaren Selbstbehalt pro Schadensfall. Demgegenüber stehen umfangreiche Kostenerstattungsansprüche im Falle von Rechtsstreitigkeiten. Gerade im Zivilrecht hängt die effektive Rechtsdurchsetzung oftmals davon ab, ob genügend finanzielle Reserven in der „Kriegskasse“ vorhanden sind.
Die für einen Zivilrechtsstreit anfallenden Prozesskosten sind im Gerichtskostengesetz (GKG) sowie im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) geregelt. Sie richten sich nach dem Streitwert und können anhand von Gebührentabellen ermittelt werden.

 
Bei einem Streitwert von z.B. 3.000 € fallen Prozesskosten in Form von Gerichtsgebühren, Kosten für den eigenen Anwalt sowie für den Gegneranwalt von insgesamt rund 1.570 € an.

 
Bei einem Streitwert von 6.000 € sind dies schon rund 2.650 €.
Bei einem Streitwert von 10.000 € fallen gem. Gebührentabelle rund 4.090 € an.

 
Rechtsschutzversicherungen mit einem umfangreichen Leistungspaket sind wie oben bereits erwähnt oftmals schon für etwa 200 € Jahresprämie zu haben.

 

Verliert man einen Prozess mit einem Streitwert von 10.000 € könnte man für die dann anfallenden Prozesskosten 20 Jahre lang rechtsschutzversichert sein

 

Würde man im obigen Beispiel einen Zivilprozess mit einem Streitwert von 10.000 € verlieren und hätte dann Prozesskosten in Höhe von mindestens rund 4.090 € zu tragen, ergibt sich daraus folgende Kostenrelation im Vergleich zu den Kosten einer guten Rechtsschutzversicherung:
Ist man nicht rechtsschutzversichert, muss man den Betrag von 4.090 € aus eigener Tasche zahlen.
Dafür könnte man aber etwa ganze 20 Jahre lang zu 200 € Jahresprämie rechtsschutzversichert sein.
In dieser Zeit hätte man Versicherungsschutz auch für weitaus höhere Schadensfälle. Hinzu kommen je nach Tarif weitere Leistungen, z.B. die Stellung hoher Kautionen für den Fall von Untersuchungshaft im Ausland oder die Stellung von deutschsprachigen Anwälten im Ausland.
Zu beachten ist jedoch, dass in diesen Beträgen etwaig anfallende Gerichtsauslagen z.B. für einen gerichtlich bestellten Sachverständigen noch nicht enthalten sind. Diese richten sich nach dem jeweiligen Arbeitsaufwand und müssten noch hinzu addiert werden. In diesem Fall wäre die Kosten- / Nutzenrelation für den Rechtsschutzversicherten noch günstiger. Sachverständigenkosten in Höhe von etwa 1.000 € bilden hierbei erfahrungsgemäß wohl eher die Untergrenze und können je nach Sachgebiet und Arbeitsaufwand stark variieren.

Anzeige / Angebotstool der Finanzen.de AG:
Banner 300x250

 

Hintergrundwissen:

 

Allgemein gilt: Im Zivilprozess muss die unterlegene Partei für die gesamten Prozesskosten aufkommen. Hierzu zählen vor allem die Gerichtsgebühren, Zeugengelder, Sachverständigenkosten, die Kosten für den eigenen Anwalt sowie die Kosten für den Gegneranwalt.

 

Sachverständigenkosten können zu einem gewichtigen Kostenfaktor werden

 

Sachverständigenkosten können zu einem gewichtigen und im Vorfeld kaum kalkulierbaren Kostenfaktor werden. Das Sachverständigengutachten spielt gerade in Zivilprozessen eine wichtige Rolle. Ist beispielsweise in einem Mietrechtsprozess zwischen Mieter und Vermieter streitig, ob ein Schimmelbefall in der Wohnung durch unzureichendes Lüften des Mieters entstanden ist oder doch durch Baumängel am Gebäude, wird die Einschaltung eines vereidigten Sachverständigen in aller Regel unausweichlich. Allein die Sachverständigenkosten bewegen sich regelmäßig in einem Bereich oberhalb von 1.000 €. Im Prozess läuft dies so ab: Die Partei, die eine bestimmte Tatsache behauptet, macht ein sogenanntes Beweisangebot (Sachverständigenbeweis) an das Gericht. Im Beispielsfall wäre das wohl der Vermieter, der beweisen will, dass der Schimmelbefall auf ein Fehlverhalten des Mieters zurückzuführen ist und nun von diesem Schadensersatz will. Das Gericht erlässt dann einen sogenannten Beweisbeschluss und fordert vom Vermieter einen Kostenvorschuss von z.B. 1.500 € an. Je nach Sachgebiet können diese Kosten auch ein Vielfaches davon betragen. Beispielsweise, wenn es um komplexe medizinische oder ingenieurwissenschaftliche Gutachten geht. Erst nach Eingang des Geldes sucht das Gericht einen Sachverständigen aus und beauftragt diesen mit dem Gutachten. Auch solche Kostenvorschüsse übernimmt regelmäßig die Rechtsschutzversicherung. Schon die Zahlung von Kostenvorschüssen bringt Viele in finanzielle Engpässe.

 

Mit Rechtsschutzversicherung kommt man öfter zu seinem Recht

 

Oft ist der Ausgang eines Rechtsstreits im Vorfeld schwer abschätzbar. Wer über keine Rechtsschutzversicherung verfügt, muss sich sehr genau überlegen, ob er das Risiko eines Rechtsstreits auf sich nehmen will. Bei den allermeisten Gerichtsverfahren ist unklar, welche Partei am Ende gewinnt. Denn oft ist die Beweislage schwierig oder es bestehen Zweifel hinsichtlich der Rechtslage. Daher kann es ohne Rechtsschutzversicherung vernünftig sein, es nicht auf ein Gerichtsverfahren ankommen zu lassen. Dies führt aber zu dem wohl leider häufig vorkommenden Missstand, dass ein Betroffener zwar Recht hat, aber kein Recht bekommt.
Dieses Ergebnis lässt sich durch den Abschluss einer Rechtsschutzversicherung vermeiden. Anzeige: