Diskriminierung bei der Jobsuche

Eine Diskriminierung von Bewerbern um einen ausgeschriebenen Arbeitsplatz ist nach dem allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz, AGG, welches landläufig auch „Antidiskriminierungsgesetz“ genannt wird, verboten.

Bei Verstößen des Arbeitgebers gegen dieses Gesetz, stehen abgelehnten Bewerbern u.U. Schadensersatzansprüche von einem oder auch mehreren Monatsgehältern zu, wenn der Arbeitgeber gegen ein Benachteiligungsverbot nach dem AGG verstoßen hat.

Offenkundig liegt ein solcher Verstoß grundsätzlich dann vor, wenn in einer Stellenausschreibung nur Mitarbeiter eines bestimmten Geschlechts gesucht werden. Denn abgesehen von wenigen Ausnahmen ist die Bevorzugung eines bestimmten Geschlechts bei der Stellensvergabe unzulässig. Eine Ausnahme hiervon wäre z.B. denkbar, wenn ein weibliches Foto-Model für Damenmode gesucht wird. Diese Tätigkeit kann grundsätzlich nicht von einem männlichen Model ausgeübt werden.

Neben dem Geschlecht sind auch Verstöße gegen weitere Diskriminierungsmerkmale nach dem AGG möglich.

Eine Diskriminierung nach folgenden Merkmalen ist unzulässig

Nach § 1 AGG darf niemand wegen folgender Merkmale benachteiligt werden:

Rasse oder ethnische Herkunft,
Geschlecht,
Religion oder Weltanschauung,
Behinderung,
Alter,
sexuelle Identität.

 

Liegt ein Verstoß gegen eines dieser Merkmale bei der Stellenbesetzung vor, steht den abgelehnten Bewerbern Schadensersatz nach § 15 AGG zu. Die Höhe ist einzelfallabhängig und kann vom Arbeitsgericht unterschiedlich bestimmt werden.
In bestimmten Fällen können Ungleichbehandlungen rechtlich gerechtfertigt sein. So kann etwa eine Bevorzugung behinderter Bewerber gerechtfertigt sein, um eine Förderung von behinderten Menschen am Erwerbsleben zu betreiben. Umgekehrt können gesundheitliche Defizite bei bestimmten Tätigkeiten zum zulässigen Ausschluss von Bewerbern führen, z.B. Pflegeberufe, Ärzte, Piloten usw.